„Das Unsichtbare sichtbar machen“ (Robert Häusser)

Mit der Kamera zieht es mich hinaus in die verborgenen kleinen Wildnisse, die auch in einem städischen Umfeld direkt vor der Haustür auf ihre Endeckung warten.

Ohne Ablenkung durch eine exotische oder spektakuläre Umgebung sieht man genauer hin, legt den Fokus  auf einen Blick hinter oder – auch im wörtlichen Sinn – unter die Oberfläche.

Mich interessiert dabei, wie sich Mechanismen in der Natur auf einer ästhetischen Ebene offenbaren. Und wie sie uns das eigentlich Unscheinbare und oft Gesehene immer wieder neu wahrnehmen lassen.

Fotografie dient mir hier als ein Medium zur Reflexion über die Welt. Nicht allein was sich im Sichtbaren zeigt, ist faszinierend, sondern ebenso das Wie und Warum unserer Wahrnehmung. Dabei stellt sich fast automatisch die Frage: Was sehen wir wirklich? Bei der Betrachtung jedes Bildes vollziehen wir einen Abgleich mit unserem persönlich Erfahrenen und Erlernten. Erst dadurch wird ein Erkennen und Verstehen überhaupt möglich. Und mitunter geraten wir dabei auf den spannenden Weg der Mehrdeutigkeit.

Die Herangehensweise bei meinen Arbeiten ist vor allem: beobachten, Spuren aufnehmen, dem Zufall eine Chance geben, Situationen neu sehen. Immer wieder staunen, mit allen Möglichkeiten spielen und „die Welt von der Rückseite her“ betrachten. Um dann auf diese Weise zu überraschenden Perspektiven gelangen – im Idealfall sogar zu etwas wie Erkenntnis. Diese muss nicht zwangsläufig auf der kognitiv-rationalen Ebene stattfinden. Manchmal ist der emotionale Effekt direkter und dadurch stärker.

Derzeit ist keines der hier gezeigten Projekte abgeschlossen. Vielleicht kommt schon morgen ein neuer Aspekt, eine neue Einsicht hinzu.

 

 

 

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